Jahreslosung 2020 - "Ich glaube; hilf meinem Unglauben!"  Markus 9,24

Grafengehaiger feiern erstmals wieder Gottesdienst an Himmelfahrt

Nach einer längeren coronabedingten Zwangspause feierten die Grafengehaiger Christen erstmals wieder an Christi Himmelfahrt Gottesdienst. Den Start am Himmelfahrtstag hatten Pfarrerin Heidrun Hemme und der Kirchenvorstand ganz bewusst gewählt, da an diesem Tag traditionell zum Freiluftgottesdienst eingeladen wird - normalerweise zwar immer gemeinsam mit der Nachbargemeinde Presseck, aber das war aufgrund der Corona-Einschränkungen heuer leider nicht möglich.





Die Gemeinde war auf einen Platz neben der Frankenwaldhalle eingeladen. 50 Stühle mit dem vorgegebenen Abstand standen bereit, ebenso ein Keyboard und Liedblätter zum mitsingen/mitsummen. Ein schön geschmückter Altartisch hieß die Gläubigen schon von Weitem willkommen und den Gästen eröffnete sich bei bestem Frühlingswetter ein wunderbarer Blick auf Grafengehaig mit der altehrwürdigen Heilig-Geist-Kirche im Zentrum.

Die Freude, dass nach der langen Pause wieder ein Gottesdienst möglich ist, war den zahlreichen Gläubigen anzusehen und eine ausgesprochen fröhliche Atmosphäre spürbar. Das wunderschöne Frühlingswetter trug seinen Teil zu einem gelungenen Open-Air-Gottesdienst bei.

Endlich wieder als Gemeinde Gottesdienst zu feiern, gemeinsam zu singen und zu beten, Gottes Wort zu hören und Kraft und Stärkung zu erhalten - viele empfanden den Gottesdient als sehr ergreifend. Was in normalen Zeiten so selbstverständlich ist, wird in Corona-Zeiten zu etwas ganz Besonderem. 



Pfarrerin Heidrun Hemme schlug ausgehend vom Predigttext im 3. Kapitel der Apostelgeschichte, Verse 1-11 in ihrer Predigt eine Brücke zur Corona-Pandemie. Sie verglich die Himmelfahrt mit einem Virus des Lebens, der Hoffnung und der Freude. Und sie betonte, dass der Geist von Jesus immer da ist, so wie der Himmel immer da ist – auch in Corona-Zeiten. "Leben ist jetzt und Liebe ist jetzt! – auch wenn keiner aktuell sagen kann, wie lange es noch dauert, bis sich der gewohnte Alltag wieder eingestellt hat. Da spielt die Corona-Situation mit Abstandsgeboten keine Rolle, weil wir, angesteckt von Jesu Geist, neue und andere Wege finden können, um Gott und einander nahe zu sein". Als Beispiele nannte die Pfarrerin das gemeinsame Gebet beim abendlichen Glockenläuten, den Anruf bei den Nachbarn oder Verwandten, das Musizieren im Ort, den Einkaufsdienst für Ältere, den wöchentlichen Radio-Gottesdienst... All dies seien vielfältige, lebendige und berührende Formen von Gottesdienst gewesen. Und sie appellierte an die Gemeinde, nicht ungeduldig zu werden und nicht gleich um die Freiheit zu bangen, nur weil aus gegenseitiger Rücksichtnahme das gewohnte Leben aktuell eingeschränkt ist: Leben ist jetzt, Liebe ist jetzt! Und Jesus ist da!

Kantorin Susanne Schramm ließ einfühlsam am Keyboard die Lieder "Morgenlicht leuchtet", "Die Himmel erzählen die Ehre Gottes", "Jesus Christus herrscht als König" und "Wir feiern deine Himmelfahrt" erklingen. Mit dem Schlusssegen der Pfarrerin gingen die Grafengehaiger gestärkt in den Feiertag. Ein Stück Normalität war mit dem Gottesdienst wieder spürbar und greifbar geworden.

Im Kirchenvorstand der Evang. Kirchengemeinde Grafengehaig hat man sich zunächst darauf verständig, von Gottesdiensten in der Heilig-Geist-Kirche abzusehen. Ersatzweise finden regelmäßig Open-Air-Gottesdienste statt, zu denen herzlich eingeladen wird.

So gibt es am Pfingstsonntag ab 10 Uhr einen "Pfingstspaziergang" in Grafengehaig. Start ist "Im Winkel". Weitere Stationen sind der Marktplatz, die Hauptstraße, am Kirchberg und an der Hohenreuther Siedlung. Am Pfingstmontag ab 10 Uhr findet der Pfingstspaziergang in Gösmes statt, wo mit der Christuskapelle ja eine Filialkirche der Grafengehaiger Gemeinde steht. Hier ist Start an der Bushaltestelle Pressecker Straße.

Heike Söllner